Liebe Leser und Leserinnen,
heute, am 8.6.2025 wäre mein Vater 99 Jahre alt
geworden.
Da sein diesjähriger Geburtstag auf den Pfingstsonntag
fällt, hätte ich ihm als Ständchen die schöne, alte Melodie von „Komm, Heiliger
Geist!“ gespielt. Dieses Lied wird in der Liturgie der Evangelischen Kirche von
Hessen und Nassau oft zu Beginn eines Gottesdienstes gesungen. Dabei handelt es sich ursprünglich um eine in der gregorianischen Musik übliche Antiphon, d.h. um einen
entgegentönenden Vorvers eines Psalms, natürlich auf Latein. Mit dieser hier „Veni
Sancte Spiritus“ wurde seit dem 11. Jahrhundert das Magnificat des Pfingsttages
eingeleitet: Die erste deutsche Version
mit der heute übliche Melodie ist um 1480 im Kloster Ebersberg nachgewiesen. Der Text wurde später von Luther mit weiteren Strophen im Sinne der Reformation ergänzt. Die Melodie ist im Laufe der Jahrhunderte oft zur Grundlage weiterer Kompositionen genommen worden. Wer
diese Melodie nicht kennen sollte und hören möchte, sei auf einige Vertonungen
bei YouTube verwiesen.
Hier nun der Text:
Komm, Heiliger Geist,
erfüll die Herzen deiner Gläubigen
und entzünd in ihnen
das Feuer deiner göttlichen Liebe,
der du in Mannigfaltigkeit
der Zungen die Völker
der ganzen Welt vereinigt hast im Glauben!
Halleluja! Halleluja!
Höchstwahrscheinlich hätte mein Vater diesen Geburtstag
auf der jährlichen Pfingstkonferenz des WEC in Vockenhausen, deren regelmäßiger
Besucher er mit meiner Mutter immer gewesen war, gefeiert, wo auch viele seine
Freunde aus dem Missionsumfeld dabei gewesen wären, die ihm alle gratuliert
hätten. Wir wissen nicht, ob im Himmel auch noch Geburtstag gefeiert wird, aber
der Geburtstag ist der Tag, wo eine Idee Gottes konkret sichtbar wird. Also
ein gutes Grund, diese irdische Tradition dort fortzusetzen, und Mitfeiernde gäbe
es ja in großer Zahl!
Mit herzlichen Grüßen und Dank an alle, die sich an meinen
Vater erinnern oder sich, auch ohne ihn gekannt zu haben, für ihn interessieren
und deshalb hier in den Blog schauen.
Friedhelm

Kommentare