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Zum 100. Geburtstag meines Vaters

  Mein Vater mit mir am Muttertag 1953. Meine Eltern besuchten damals Willi und Thea Müsken in Brühl. Es war auch deren erster Muttertag, denn die etwa gleichaltrige Irmgard Müsken war auch schon auf der Welt.  Liebe Leser und Leserinnen, nun ist genau ein Jahr vergangen, in dem ich zwar an meine Eltern dachte, aber durch Bau- und Umzugstätigkeiten nicht dazu kam, weitere Posts zu erstellen. Aber zu diesem herausragenden Tag will ich wieder etwas schreiben. Mein Vater hatte nicht den Ehrgeiz, so alt zu werden. Er meinte im letzten Lebensjahr zu mir, daß er sich bei Gott nicht beklagen könne, was sein Alter betreffe. Er sei doch ganz schön alt geworden, deutlich älter als seine Eltern. Damit sei er zufrieden. Er kam einmal auf sein Alter zu sprechen, als er mir von seiner Sammlung der Todesanzeigen erzählte, die ich ja dann hier im Gedenkblog veröffentlicht habe und wofür mir – und damit indirekt auch ihm - auch von Einzelnen von Euch gedankt wurde. Er meinte im lachenden Ton: ...
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Zum 99. Geburtstag meines Vaters

Ein Ständchen zum Geburtstag als Blockflötensolist Liebe Leser und Leserinnen, heute, am 8.6.2025 wäre mein Vater 99 Jahre alt geworden. Da sein diesjähriger Geburtstag auf den Pfingstsonntag fällt, hätte ich ihm als Ständchen die schöne, alte Melodie von „Komm, Heiliger Geist!“ gespielt. Dieses Lied wird in der Liturgie der Evangelischen Kirche von Hessen und Nassau oft zu Beginn eines Gottesdienstes gesungen. Dabei handelt es sich  ursprünglich um eine in der gregorianischen Musik übliche Antiphon, d.h. um einen entgegentönenden Vorvers eines Psalms, natürlich auf Latein. Mit dieser hier „Veni Sancte Spiritus“ wurde seit dem 11. Jahrhundert das Magnificat des Pfingsttages eingeleitet:   Die erste deutsche Version mit der heute übliche Melodie ist um 1480 im Kloster Ebersberg nachgewiesen. Der Text wurde später von Luther mit weiteren Strophen im Sinne der Reformation ergänzt. Die Melodie ist im Laufe der Jahrhunderte oft zur Grundlage weiterer Kompositionen genommen word...

Sonntagmorgen vorm Gottesdienst

 Evangelische Kirche Sellnrod Errichtet 1697-1698 Barocke Fachwerksaalkirche Errichtet vom Zimmerer Hans Georg Haubruch aus Herbstein. Er baute noch andere Fachwerkkirchen im Vogelsberg. Der Grabstein seiner Witwe steht vor der katholischen St. Jakobskirche in Herbstein. Rechts hinter der Kirche ist das moderne Gemeindehaus zu sehen. Liebe Leser, im vergangenen Winter besuchte ich den Gottesdienst in Sellnrod, einem westlichen Nachbarort von Groß-Eichen. Wegen der Kälte war die Kirche ungeheizt, so dass das Gemeindehaus genutzt wurde. Wegen der heftigen Schneeverhältnisse verzögerte sich die Ankunft der Pfarrerin. Wir saßen also im kleinen, warmen Versammlungsraum und warteten. Teils wurde geplaudert, teils hing man seinen Gedanken nach. Ich machte sowohl das eine wie das andere.  Da schweiften meine Gedanken hin zu Kindheitserinnerungen, als wir als Familie Röder jeweils zu den ersten Besuchern des Gottesdienstes in der Mülheimer Gemeinde zählten. Es war damals noch das alte...

Silvia Wagner - von uns gegangen

  22.5.1952 - 1.3.2025 Liebe Leser, am 13.5.2025 beerdigten wir Silvia Wagner auf dem Friedhof von Allendorf-Lumbda. Sie war am 1.3.2025 in Frieden gestorben. Als Großcousine meines Vaters gehörte sie seit Jahrzehnten zu meinem Leben. Denn zwischen ihr und meinen Eltern gab es ein sehr enges Verhältnis, das sich in vielen Briefen, Telefonaten und Geschenken ausdrückte. Meine Eltern besuchten sie hin und wieder in ihrem Elternhaus. Ich selber lernte sie nie persönlich kennen, sondern erfuhr von ihr immer nur durch Erzählungen meiner Eltern oder Vorlesen aus ihren Briefen. Sie beeindruckte dadurch, dass sie ab den frühen Teenagerjahren unter einem Morbus Crohn, einer chronischen Dünndarmentzündung, litt. Sie konnte Nahrung nur durch eine Nasensonde zu sich nehmen. Ihr größter Wunsch zuletzt sei gewesen, noch einmal herzhaft in einen Apfel beißen zu können. Im Laufe der Jahre musste schrittweise ihr Dünndarm verkleinert werden. Zusätzlich kamen später chronische Schmerzen hinzu. Sie v...

Unerwarteter Weihnachtsgruß meiner Eltern

  Liebe Leser und Leserinnen, Seit Juli 2024 sind Sonja und ich so intensiv mit der Sanierung und dem Um- und Neubau unsers Wohn- und Kulturhauses „Hollahaus“ – nähere Informationen siehe unsere Website www.hollahaus.com – beschäftigt, dass ich weder Zeit noch Kraft fand, den Gedenkblog weiterzuentwickeln. Diese intensive Bauphase wird noch bis zum Frühjahr anhalten. Knapp vor Weihnachten war es endlich möglich, meine Wohnung in Herbstein weitgehend aufzulösen. Beim Einpacken tauchte in einer Kiste der obige Weihnachtsgruss meiner Eltern aus dem Jahre 2009 auf. Jahrelang hatte meine Mutter immer aus Stroh eine Kerze ausgeschnitten und vom Thuja-Strauch des Vorgartens ein kleines Blatt abgeschnitten und alles zusammen aufgeklebt. Mein Vater schrieb dann mit seiner speziellen Handschrift den Weihnachtsgruss darunter. Mit dieser Tätigkeit waren sie tagelang beschäftigt. Diese Grüße wurden an viele Freunde und Verwandte verschickt. Ich gehe davon aus, dass mancher von Euch älteren L...