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Zum 100. Geburtstag meines Vaters

 

Mein Vater mit mir am Muttertag 1953. Meine Eltern besuchten damals Willi und Thea Müsken in Brühl. Es war auch deren erster Muttertag, denn die etwa gleichaltrige Irmgard Müsken war auch schon auf der Welt. 



Liebe Leser und Leserinnen,

nun ist genau ein Jahr vergangen, in dem ich zwar an meine Eltern dachte, aber durch Bau- und Umzugstätigkeiten nicht dazu kam, weitere Posts zu erstellen. Aber zu diesem herausragenden Tag will ich wieder etwas schreiben.

Mein Vater hatte nicht den Ehrgeiz, so alt zu werden. Er meinte im letzten Lebensjahr zu mir, daß er sich bei Gott nicht beklagen könne, was sein Alter betreffe. Er sei doch ganz schön alt geworden, deutlich älter als seine Eltern. Damit sei er zufrieden.

Er kam einmal auf sein Alter zu sprechen, als er mir von seiner Sammlung der Todesanzeigen erzählte, die ich ja dann hier im Gedenkblog veröffentlicht habe und wofür mir – und damit indirekt auch ihm - auch von Einzelnen von Euch gedankt wurde. Er meinte im lachenden Ton: „Ja, wenn man so alt wird wie ich, da überlebt man einfach eine Menge Leute!“

Bei einer anderen Gelegenheit benannte er einen unerwarteten Vorzug seines Alters. Dazu muß man wissen, daß seine Mutter aus dem Siegerland, also aus der Nachbarschaft von Ewersbach stammte. „Da muß ich erst so alt werden, daß ich wieder den Salat süß angemacht essen kann wie als Kind bei meiner Mutter. Rosa hatte den Salat nur mit Öl und Essig zubereitet!“ 

Als meine Tochter Juliane und ich ihn etwa zwei Jahre nach dem Tode meiner Mutter zusammen mit ihren beiden Töchtern besuchten, stand die jüngere der beiden noch vor der Einschulung. Sie hatte ihn nur bei der Beerdigung meiner Mutter in dem damaligen Trubel gesehen. Seit deren Tod stand ein Foto der Beiden, die ein sehr warmherziges Verhältnis zu Juliane hatten, in ihrem Wohnzimmer. Daher war Cataleya Weppler der Name „Opa Heinz“ zwar ein Begriff, mehr aber nicht. Er wohnte zu weit weg. Als sie ihn nun selber erlebte, wandte sie sich auf einmal an mich und fragte mich mit leiser Stimme: „Opa, du bist ja alt, Aber was ist der denn?“ 

Nach seinem Tod erbte ich die Mehrzahl an Unterlagen und Fotos aus seinem Nachlaß. Ich konnte in meiner damaligen, kleinen Wohnung in Herbstein vieles aus Platzmangel nur provisorisch verstauen. Als unser Haus in Groß-Eichen teilweise bezogen werden konnte, wanderten die Kisten auf den Dachboden und warteten dort auf den weiteren Ausbau. Nun ist der Wohnbereich endlich fertig, so daß die Kisten, Bücher, Fotos und Schallplatten langsam herausgeholt werden können. Die Schallplatten höre ich ab und zu und sitze dabei auf dem bunten Perserteppich, den meine Eltern im Wohnzimmer liegen hatten, und erinnere mich daran, wie ich diese Musik vor Jahrzehnten gehört hatte. Falls einer von Euch das auch erleben möchte, so sind wir genauso gastfrei wie meine Eltern! Denn nun haben wir endlich ein Gästezimmer.  Ansonsten kann ich wieder nach und nach Einzelheiten aus dem Nachlaß hier präsentieren. 

Somit können wir gespannt sein, womit uns das nächste Jahr überraschen wird!

Herzliche Grüße

Friedhelm      


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