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Heimgang von Willy Weber

  Liebe Leser, knapp zwei Jahre nach meinem Vater starb Willy Weber am 29.12.2022. Er hatte die Beerdigung meines Vaters geleitet. Als mein Vater die letzten Jahre in Ewersbach gelebt hatte, hatte sich die beiden regelmäßig gesehen. Willy Weber und meine Familie kannte ihn noch aus seiner Zeit als Prediger der Freien Evangelischen Gemeinde Köln-Lindenthal. Er leitete damals die dortige Jugendgruppe und war für mich in seiner feinen, geistvollen, humorvollen Art immer ein Vorbild gewesen. Ich war einer seiner Fans. Als ich Jahre später meine Schwester in Ewersbach besuchte, trafen wir uns wieder. Denn Willy Weber war zwischenzeitlich Dozent am Predigerseminar geworden und unterrichtete u. a. Pastoraltheologie. Für mich als Psychiater und ihn als Seelsorger ergaben sich manche Berührungspunkte bei der Ausübung unsers Berufs. Und den guten Draht zueinander behielten wir bis zum Schluss. Beim Blättern in Briefen meiner Eltern fand ich einen Artikel von ihm, der im August 1989 im „D...

Das Wandern war der Rosa Lust

  Als meine Mutter mit 63 Jahren in Rente ging, wurde sie kurze Zeit später Mitglied im Kölner Eifelverein und begann mit wöchentlichen Wanderungen in der Eifel und im Bergischen Land. Dabei lernte sie die 13 Jahre ältere Wanderführerin Erna Schreiber kennen. Von ihr berichtete sie häufig und war von deren Lebendigkeit angetan. In der Hinsicht war diese bestimmt ein heimliches Vorbild für sie. Es verging kaum eine Woche, wo sie nicht unterwegs war. Erst als sich ihre Herzklappen immer mehr als unzureichend herausstellten, verlangsamte sie anfangs das Tempo bei Steigungen und stellte die Wanderungen mit der Gruppe schließlich ganz ein. Aber sie nutzte ihre Ortskenntnisse für manche Ausflüge mit Freunden und Bekannten im geruhsameren Tempo.  Als sie bereits im dementen Zustand im Krankenhaus Holweide lag, sah sie von ihrem Krankenzimmer in einem der höheren Stockwerke aus die Ausläufer des Bergischen Landes im klaren Sonnenschein liegen. Da kamen ihr die Erinnerungen an ihre Wa...

Ein Bett, ein Bad, ein Klo

  Liebe Leser,  am 22.-29.8.1993 fand in Köln eine Zeltevangelisation auf dem Rudolfplatz statt. Die Evangelisten waren Dr. Theo Lehmann und Jörg Swoboda. Meine Eltern nahmen an der Eröffnungsveranstaltung teil. Hinterher, o Schreck! Die geplante Unterkunft für die Redner stand auf einmal nicht mehr zur Verfügung! Meine Eltern waren noch nicht heimgefahren, als sie davon erfuhren. Spontan gingen sie auf die Beiden zu und luden sie zu sich ein. So nahm der Abend ein unerwartetes Ende. Und meine Eltern hatten mal wieder Besuch für ein paar Tage. Weitere Einzelheiten siehe auf der Seite „Freunde“ . Vielleicht meldet sich ja noch jemand, der bei der Zeltwoche 1993 in Köln mit dabei war! Mit herzlichen Grüßen  Dr. Friedhelm Röder 

Todesanzeigen der Verwandten von Heinz

  Liebe Leser, diese beiden Fotos zeigen die Eltern von Heinz im Frühjahr 1944. Heinrich und Ella Röder waren zum Fotografen gegangen, damit Heinz, als er zur Wehrmacht eingezogen wurde, Fotos von ihnen mitnehmen konnte. Diese Fotos haben alle Kriegshandlungen, Lazarettaufenthalt und Kriegsgefangenschaft heil überstanden. So wertvoll waren sie für ihn, dass er sie so sorgfältig verwahrt hatte! Ihre späteren Todesanzeigen sind natürlich in der Sammlung seiner Verwandten enthalten. Mit den besten Grüßen und Gottes Segen für das neue Jahr 2023! Dr. Friedhelm Röder und Sonja Toepfer

Papa sang Heinrich Schütz

 Liebe Leser,  ich spiele seit einiger Zeit im Blockflötenensembles der Evangelischen Kirche Lautertal-Engelrod. Anlässlich der Verabschiedung des dortigen Pfarrers Backwinkel-Pohl führten wir auf seinen Wunsch hin die Aria von Heinrich Schütz „Also hat Gott die Welt geliebt“ auf. Dieser fünfstimmige Chorsatz gehörte zu den beliebten Standartstücken des Mühlheimer Gemeindechores . Ich hatte dessen Noten zwar nie gesehen. Aber dieses Chorstück wurde, als ich noch in Köln lebte - also vor 1973 -, so oft aufgeführt, dass ich als einziger das Stück auf Anhieb wiedererkannte. Bei jeder Probe hörte ich in meinem Kopf den Mülheimer Chor und meinen Vater voller Begeisterung mittendrin singen. Und da ich die mit meiner Renaissancebassflöte die Bassstimme blies, die mein Vater als Basssänger gesungen hatte, fühlte ich mich ihm jedes Mal besonders eng verbunden. Am 6. November 2022 gedachte die Musikwelt des Todestages von Heinrich Schütz. Hätte mein Vater noch gelebt, hätten wir bes...