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Rosa im Geschwisterkreis 1932

Dieses Foto wurde 1932 im Garten ihres Elternhauses in Bruchhausen oberhalb von Unkel am Rhein vor dessen Umbau gemacht. Es zeigt von links Agnes (14 Jahre), Rosa (5 Jahre), Otto (10 Jahre) und Helmut (3 Jahre). Der Name der kleinen Puppe wurde nicht überliefert.   Liebe Leser, zu diesem Foto ergab sich kurz vor ihrem Tod noch eine Besonderheit. Mein Vater berichtete mir, dass meine Mutter in den letzten Wochen ihres Lebens in seiner Gegenwart wiederholt nach ihrer Mutter und nur nach den Geschwistern gerufen hätte, die auf dem obigen Foto zu sehen sind. Sie bewegte sich also demenzbedingt nicht mehr in der Gegenwart, sondern im Jahre 1932. Ihre älteste Schwester Hilde hatte damals bereits das Elternhaus verlassen.   Aus Sicht meines Vaters sei bemerkenswert gewesen, dass sie nach ihrer Mutter „Mama, Mama!“ gerufen hätte. So hätte er sie nie über ihre Mutter reden hören. Er kannte seine Schwiegermutter aus ihrem Reden bis dahin nur, wie im Dialekt üblich, etwas distanziert...

Zum 71. Hochzeitstag

  Der letzte Stopp noch in Polen auf der Heimreise von Warschau nach Braunschweig am Ende einer Studienreise vom 17.-28.7.2002 durch Ostpreußen   Am 13.10.2022 wären unsere Eltern 71 Jahre verheiratet gewesen. Es war, wie meist in den Jahrzehnten zuvor ein sonniger Tag, den sie früher regelmäßig mit einer Wanderung an der Ahr verbrachten. Den 65. Hochzeitstag hatten sie noch miteinander erleben können. Aber es wurde nichts aus der geplanten Feier im kleinen Kreis. Meine Mutter war unaufhaltsam zum Pflegefall geworden. Und ihre letzte „Hochzeitsreise“ war die gemeinsame Fahrt im Krankentransport von Köln-Kalk, wo meine Mutter zuletzt im Krankenhaus gelegen hatte, nach Ewersbach in das Haus am Kronberg. Wenige Monate später starb sie dort. Die Eltern erlebten jeden der ihnen dort verbliebenen Tage sehr bewusst. Manchmal ergaben sich aufgrund der fortschreitenden Demenz meiner Mutter unerwartete Gespräche mit unserm Vater. Er hatte sich bereits darauf eingestellt, sich dann in...

Todesanzeigen von Predigern und Pastoren

Von diesem Sonnenuntergang am 25.6.2010 um 17.30 Uhr war mein Vater so begeistert, dass wir heute noch dran teilhaben können. Wo er dieses Foto aufnahm, konnte ich bislang nicht herausfinden. Meist hatte er auf Reisen einen Blick dafür, denn in Köln gab es zwar auch schöne Sonnenuntergänge, aber kaum eine solche Kulisse.  Liebe Leser, bei den Todesanzeigen, die mein Vater sammelte, spielte die Gruppe der verstorbenen Prediger und Pastoren und deren Ehefrauen eine herausragende Rolle. Zum einen galt sein Interesse natürlich den ehemaligen Predigern der eigenen Gemeinde und denen, die aus dieser hervorgegangen waren. Zum andern war er als zeitweiliger Schüler des Predigerseminars in Ewersbach einigen damaligen Mitschülern jahrzehntelang verbunden. Seine Wertschätzung für diesen Personenkreis drückt sich auch darin aus, dass die Dokumente über Einzelne mitunter recht ausführlich waren. Aber schauen Sie selber! Mit herzlichen Grüßen Dr. Friedhelm Röder 

Todesanzeigen von Missionaren

  David und Chrissie Batchelor zusammen mit ihrem Sohn Christopher am 5.März 1968, dem  Tage ihrer Silberhochzeit, vorm Missionshaus in Vockenhausen Liebe Leser, nun ist die umfangreiche Sammlung der Todesanzeigen der Missionare samt Ergänzungsdokumenten, mit denen meine Eltern verbunden waren, endlich fertig eingescannt. Wie aus dem Interview mit meinen Eltern auf der Seite „Mission“ zu entnehmen ist, nahmen diese schließlich weltweiten Beziehungen ihren Anfang, als Batchelors den ersten Kontakt mit meinen Eltern aufnahmen. Die Sammlung stellt nur eine kleine Auswahl dieses Personenkreises dar, dem die ständige, aufmerksame und liebevolle Aufmerksamkeit meiner Eltern bis zu ihrem Tode galt. Und wer besagte Seite bis zur Erinnerung an die als letzte Genannte Christel Sojka durchblättert, wird auf Vorbereitungen meiner Eltern zur Teilnahme an der Goldenen Hochzeit von Batchelors am 5.3.1993 stoßen, womit sich der Kreis zwischen obigem Foto und dem Ende der Gedenkseite schließt...

Zum 96. Geburtstag von Heinz

 Familie Röder im Sommer 1975 auf der Terrasse, als wir Kinder anlässlich des Geburtstages unsers Vaters, der damals 49 Jahre alt wurde, mal wieder alle zuhause waren. Zum heutigen Geburtstag möchte ich meinem Vater die Vertonung einer Nachdichtung des Psalm 23 widmen.  In einer meiner letzten Mails an ihn vom 28.10.2020 – knapp zwei Monate später verstarb er - kam ich auf den Psalm 23 zu sprechen. Den würde ich wenige Tage später mit einer jüdischen Melodie auf einer Gedenkveranstaltung zum 9. Nov. 1938 vorspielen.  Damals hatte ich noch Zeit, mich mit dem Hebräischen zu befassen. Wenn ich ihm davon berichtete, war er immer sehr interessiert, etwas von mir darüber zu hören. So teilte ich ihm meine neuesten  Entdeckungen, in diesem Fall im Zusammenhang mit dem Wort "Psalm": Das hebräische Wort für Psalm ist von der Sprachwurzel her mit dem Wort für Winzermesser/Baumschere verwandt. Es geht im Psalm darum, alle nebensächlichen Gedanken wegzulassen, wie man beim Weinst...